Ikea hat zum Fest geladen

Ich hatte ja bereits im Ikea-Posting angekündigt, dass ich zum Ikea-Krebsen-Essen gehen werde. Gestern war besagtes Ereignis. Gleich mal vorweg: Einmal MUSS man einfach dabei gewesen sein! Aber nun von vorne.

19:45 Einlass hieß es auf der „Eintrittskarte“, also brav um 19:15 losgefahren, die anderen Fress-Kompagnons eingesammelt und trotz der diversen BaustellenEvent schickt es sich ja nicht zu spät zu kommen!

Vor dem Eingang wimmelte es schon von Menschen die fröhlich vor sich hin plauderten und Sekt schlürften. Warum so viele draußen und nicht drinnen standen? Tja, des Rätsels Lösung lautet: Rauchverbot! Zu dem Zeitpunkt wussten die Glimmstängel-Süchtler nicht, dass ihr erworbener „Raucherplatz“ aufgrund der Gesetzesnovelle, die für Ikea anscheinend zwei Monate zuvor, als die Karten verkauft wurden, unbekannt war, sich in Luft auflösen würde.

Nach anfänglichen zaghaften Umschauen und Abchecken der Lage, wagten wir vor in das Schlachtfeld vor und liesen uns einen Sekt mit Preiselbeersaft andrehen. Hätten wir lassen sollen… Nun hieß es rumstehen, warten und die Futter-Konkurrenz beobachten. Ganze Familien und Seniorenvereine waren darunter zu finden. Hochzeiten und Begräbnisse sind ein Klacks dagegen.

Nach einer schier nie enden wollenden Dauer fädelten sich die Ikea-Mitarbeiter auf der Rolltreppe auf. An vorderster Front eine Dame mit ein paar Zetteln bewaffnet, die nachdem wir sie rund 2 Minuten lang „bewundert“ hatten, endlich zu sprechen begann. Naja, eigentlich stotterte sie vor sich hin und führte uns in die Tradition des schwedischen Krebsfestes ein. Die Zusammenfassung: Viel Essen, viel Alkohol, Party-Hütchen und Rauchverbot! Bei Ankündigung von letzterem wurde die Masse gespalten. Eine Hälfte klatschte, die andere schaute entsetzt. Ob jemand von dem Angebot dem Ereignis gegen volle Rückerstattung des Geldes nicht beizuwohnen, gebraucht gemacht hat, weiß ich nicht. Aber ich denke, dass bei den meisten doch die Fress- vor der Nikotingier gesiegt hat.

Wer mehr über das schwedische Krebsen-Fest wissen will, kann gerne von Google Gebrauch machen. Wie das funktioniert wisst ihr ja zum Glück.

Langsam setzte sich die Rolltreppe in Gang und die Panik der Masse, sie könnte verhungern, wenn sie nicht auf dem schnellsten Weg zum Buffet käme, setzte ein. Handtaschen wurden geschwungen, mit dem Ellenbogen gedrückt, Männer schoben ihre Frauen wie Rammböcke vor sich her. Man hätte meinen können, die Hungersnot wäre ausgebrochen und die letzte Möglichkeit noch schnell was Essbares zu bekommen, würde sich bieten. Diese Phänomen bewundere ich auch immer wieder, wenn aufgrund eines Feiertags ein verlängertes Wochenende ist. Aber zurück zum Thema. Das Fortbewegen wurde uns von der Masse abgenommen, denn diese drückte uns auch ohne unser Zutun nach vorne. Wir gelangten ohne gröbere Blessuren in den oberen Stock, fanden unseren Tisch mit der Nummer 506 und pilgerten anschließend zum Buffet, an dem sich schon die Massen drängten. In meinem Kopf summte „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“ und ich beschloss das ganze als improvisiertes Kabarett zu betrachten. ^_^
Am meisten fasziniert haben mich die organisierten Fressgruppen, bei denen jedes Mitglied auf einen andern Beutezug spezialisiert war und die sich strategisch entlang am Buffet verteilten und hamsterten wie die Blöden.

Richtig gefährlich waren die Senioren, denn die waren zum Teilt mit Gehhilfen, Gebissen und anderen heimtückischen Sachen bewaffnet.

Nicht zu unterschätzen: Kinder, die von ihren Eltern speziell für den Beutezug am Buffet abgerichtet wurden.

Richtig zur Sache ging es bei den Krebsen, da war das Fischbuffet ja harmlos. Die Leute häuften ihre Teller an, dass ich mich gewundert habe, dass sie diese ohne ttechnische Hilfsmittel überhaupt noch transportieren konnten.

Zurück am Tisch wurden mal die Party-Hütchen aufgesetzt, was sein muss, muss sein und der Folder mit den Trinkliedern argwöhnisch inspiziert. Nüchtern konnte man diese nicht singen und würde man den dafür erforderlichen Alkoholpegel erreichen, würde man nicht mehr lesen können. Also abgehakt.

Es wäre nicht Ikea, wenn sie nicht auch beim Krebsen-Essen eine Anleitung parat hätten. So konnten wir Schritt für Schritt das Krebsen-Essen erlernen. Gegen Ende sah es dann ja wirklich schon recht professionell aus. Etwas erschreckend war, dass man laut dieser Anleitung 2 bis 3 „Snaps“ pro Krebs trinken sollte. Das war selbst uns zu viel…

Bier gab es übrigens auch. Wider Erwarten und zu unserer großen Erleichterung hatte Ikea davon abgesehen dieses selbst zu brauen. Des weiteren konnte man neben den typischen Ikea Non-Alcoholics auch Wein – rot und weiß – sowie Prosecco schlürfen. Unter dem bereits erwähnten „Snaps“ ist übrigens Aquavit zu verstehen.

Nachdem diese Veranstaltung mit einer gesunden Portion Humor einfach nicht zu überstehen gewesen wäre und die Hütchen so verlockend waren, bastelte ich mir aus zweien einen BH. Ich fand bald Nachahmerinnen, allerdings posierten diese nur kurz für ein Foto damit und legten das neue Trend-Teil gleich wieder ab. Unverständlich! Ich hingegen stolzierte damit stolz durch die ikea’sche Fresshalle, lies mir anerkennend von einer älteren Dame auf die Schulter klopfen und kam mir unheimlich weiblich und sexy vor. 😛

Dass die Evolution einen gewaltigen Satz nach hinten macht, wenn es darum geht, soviel essen und trinken zu können, wie man will und das für einen Pauschalpreis, ist ja nichts neues, aber dass es dann allen Ernstes Leute gibt, die mit ihrer Tupperware anmarschieren und taschenweise Getränke mitgehen lassen und gegen Ende sogar die Dekoration zu demontieren beginnen, ist etwas anderes. Ich will dieses Verhalten nun gar nicht weiter kommentieren, es ist mir einfach zuwider.

Alles in allem war es ein sehr lustiger Abend und einmal muss man diese „Show“ erlebt haben. Aber noch einmal brauch ich das nicht.

6 Kommentare

  1. Irgendwann, ganz bestimmt, wenn ich es mir ganz fest vornehem, komm ich da auch mal hin! >_<

    Wie hast es denn nun geschmeckt? Das hast du leider nicht verraten ^.~

    Und das mit dem Demontieren von Dekoartikeln kenn ich; beim Gärntnerball machen die Leute dasselbe mit den Pflanzen, echt unglaublich…

    • Mach das, denn wie gesagt, einmal muss man einfach dabei gewesen sein! 😉

      Stimmt, über den Geschmack hab ich mich nicht ausgelassen. Das Fischbuffet war ganz toll, ebenso die Krebse. Da konnte man sich wirklich nicht beklagen! Allerdings hab ich zuvor noch nie Krebs gegessen und somit keinen Vergleich.

      Tja, die Leute sind echt schrecklich. Egal ob sie es brauchen, oder nicht, Hauptsache sie haben es…

  2. Sehs von der positiven Seite:
    Sowohl was die Fresserei, als auch den Abbau von Dekogegenständen betrifft, spart sich Ikea die Entsorgung-so feiern die Wickinger eben 😉

    Hab mal in Schweden so ein Krebsessen mitgemacht. Pro Krebs 2Schnäpse und ein Bier-da ist man schnell satt – öhm voll 😉

    Ich organisier mir mal fürs nächste Essen in D nen Fahrer – Prost…

    • Ikea wird es sich sicher leisten können, wenn die Leute etwas mitgehen lassen, aber ich finde dieses Verhalten unmöglich. Die Leute denken ja gar nicht mal drüber nach, ob sie es brauchen, nur haben, haben, haben… Fürchterlich!

      Hört sich zünftig an! 😉 Und wurde tatsächlich gesungen?

  3. Ich war letztes Jahr das erste mal bei den KrebsChaosTagen im IKEA. Hat mir total gut gefallen weil das IKEA-Publikum normalerweise extrem nette umgängliche Menschen sind (so wars auch). Und ich bin nicht nur vom Sternzeichen Krebs sondern liebe die Viecher auch verdammt gerne auf dem Teller!

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