Tausche Melancholie gegen Melancholie

Ich steige auf mein Fahrrad und fahre los, Richtung Donauinsel und dann immer Richtung Norden, bis es nicht mehr weiter geht. Dann bleibe ich kurz stehen, genieße den Ausblick und lasse mir den Wind, der nach Sommer duftet, um die Nase wehen, ehe ich wieder auf das Rad steige und ein Stücken zurück radle, um mir ein schönes Plätzchen für mich allein zu suchen.
Es ist so ein Tag, an dem ich für mich sein möchte. Es gibt Tage, an denen man Menschen um sich haben möchte und es gibt wiederum Tage, an denen man sich mit seiner Melancholie alleine sonnen möchte.
Jedoch ist es nicht diese beklemmende, paralysierende Melancholie, die mich in den letzten Monaten oft verfolgt hat, die heute mit mir am Donauufer sitzt und die Füße ins kalte Wasser streckt, es ist diese Gedanken schweifen lassende und kreative, die zwar schwermütig, aber lebensbejahend ist. Diese Melancholie begleitet mich schon sehr lange durch mein Leben, sie ist ein Teil von mir. Sie kommt und geht. Ich weiß nicht wann und woher sie kommt und wann und wohin sie geht. Aber ich habe gelernt mit ihr zu leben. Gelernt, dass sie durchaus ein kreatives Potential hat, man darf sich nur nicht auf einer Welle voller Selbstmitleid und Weltverdruss verlieren und man soll erst gar nicht versuchen, sie zu bekämpfen. Ich habe sie zu akzeptieren und schätzen gelernt.
Die Melancholie der letzten Monate war wie bereits gesagt anders. Ihr konnte ich nichts Positives abgewinnen, hat sie mir doch jederlei Kraft genommen, mir versucht die Hoffnung und den Glauben an das Leben zu nehmen, doch sie hat sich zusammen mit dem Winter verzogen, ist in Graz geblieben. Sie wollte nicht mit, in mein neues Leben.

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